Microsoft – ein Name, der seit einem halben Jahrhundert untrennbar mit Technologie verbunden ist. Doch der Erfolg des Unternehmens beruht nicht nur auf seinen Produkten, sondern auch auf seiner Fähigkeit, immer wieder neue Geschichten zu erzählen. Von der legendären Gründung in einer Garage über bahnbrechende Marketingkampagnen bis hin zum radikalen Imagewandel: Microsofts Geschichte ist voller Wendepunkte, Fehler und kluger Neuanfänge.
Jede starke Marke beginnt mit einer guten Story. Bei Microsoft ist es die klassische Geschichte von zwei Freunden, einer Idee und einer Garage. 1975 gründeten Bill Gates und Paul Allen das Unternehmen in einer kleinen Garage in Albuquerque mit der Vision, dass eines Tages jeder Mensch einen eigenen Computer besitzen könnte.
Der große Durchbruch kam, als die beiden IBM ein Betriebssystem verkauften, das sie noch nicht besaßen. Kurz darauf kaufte Gates für 50.000 Dollar ein bestehendes System, passte es an und lizenzierte es an IBM weiter. Dieser geschickte Schachzug machte MS-DOS zum Standard und Microsoft zum Technologieführer.
Diese Entstehungsgeschichte ist bis heute fester Bestandteil der Markenidentität. Sie zeigt, wie wirkungsvoll ein gut erzählter Gründungsmythos sein kann – eine Strategie, die auch heute noch von vielen Startups genutzt wird.
Mit dem Launch von Windows 95 bewies Microsoft, dass Software nicht nur funktional, sondern auch ein popkulturelles Ereignis sein kann. Die Kampagne setzte mit dem Rolling-Stones-Hit Start Me Up und TV-Spots im Blockbuster-Stil neue Maßstäbe – ein Moment, der Microsoft endgültig in den Mainstream katapultierte.
Doch mit dem Erfolg kam auch die Konkurrenz – allen voran Apple. Die Rivalität der beiden Unternehmen prägte die Tech-Welt über Jahrzehnte. Besonders präsent wurde sie in den 2000er Jahren, als Apple mit seiner I’m a Mac, I’m a PC-Werbeserie Microsoft als veraltete, langweilige Marke darstellte. Die Antwort? Eine millionenschwere Kampagne mit Bill Gates und Jerry Seinfeld – die allerdings nicht den gewünschten Effekt hatte.
Trigger-Warnung: Criiiiinge!
Microsoft behauptete sich zwar als Marktführer bei Unternehmen, kämpfte aber mit Imageproblemen im Consumer-Bereich. Nicht nur Apple machte dem Konzern das Leben schwer, sondern auch Produkte, die nicht so ankamen wie erhofft – darunter Windows Vista und der überambitionierte Office-Assistent Clippy.
Clippy, die animierte Büroklammer, sollte eigentlich Nutzer:innen helfen, sich in Office zurechtzufinden. Doch mit seinen aufdringlichen Pop-ups wurde er schnell zum meist gehassten Feature. 2007 verschwand Clippy aus Office – überlebte aber als Meme. Im Jahr 2021 brachten die Windows-Macher ihn als Emoji zurück – ein humorvoller Schachzug, der zeigt, dass Unternehmen mit Selbstironie Sympathien gewinnen können.
Während Windows und Office Microsoft groß gemacht haben, hat das Unternehmen früh erkannt, dass die Zukunft nicht allein in Software, sondern in Plattformen und Netzwerken liegt. Statt sich nur auf eigene Entwicklungen zu verlassen, wuchs der Technologiekonzern durch strategische Übernahmen.
Im Jahr 2016 kaufte Microsoft LinkedIn für 26 Milliarden Dollar – eine Investition, die das Unternehmen zum führenden Anbieter von Business-Software und professionellen Netzwerken machte. Im Jahr 2023 folgte die Übernahme von Activision Blizzard für fast 69 Milliarden Dollar – ein klares Zeichen dafür, dass Microsoft Spiele als Schlüsselindustrie betrachtet. Mit dieser Übernahme sicherte sich die Xbox-Schmiede eine führende Position in der Welt der Spiele.
Diese Entwicklungen zeigen, wie sich der Branchenprimus immer wieder neu erfindet. Während Apple sich auf Consumer-Produkte konzentriert und Google die Suchmaschinenwelt dominiert, hat sich Microsoft als Anbieter eines digitalen Ökosystems positioniert – von Cloud-Diensten über Business-Software bis hin zu Gaming.
Nicht alle Geschichten von Microsoft waren von Erfolg gekrönt. 1998 sorgte eine legendäre Panne für Schlagzeilen: Bei einer Präsentation von Windows 98 mit Bill Gates stürzte das System mitten auf der Bühne ab – vor laufenden Kameras. Ein Moment, der die Verletzlichkeit von Microsoft zeigte. Weniger lustig war die Kartellklage der US-Regierung nur wenige Jahre später, die das Unternehmen als übermächtigen Monopolisten in Bedrängnis brachte.
Es war der Höhepunkt eines aggressiven Geschäftsmodells, das auf Marktbeherrschung statt auf Zusammenarbeit setzte. Doch 2014 kam mit Satya Nadella ein neuer CEO – und mit ihm ein radikaler Wandel. Plötzlich setzte der Software-Gigant nicht mehr auf Konfrontation mit Wettbewerbern, sondern auf Partnerschaft und Offenheit. Office wurde für iPads verfügbar gemacht, Microsoft Teams konnte mit Slack konkurrieren, ohne es zu blockieren, und Cloud-Dienste rückten in den Mittelpunkt.
Am wichtigsten war jedoch der neue Ton in der Kommunikation. Nadella führte eine menschlichere Perspektive ein und ließ nicht nur über Produkte, sondern auch über die Menschen sprechen, die sie nutzen. Ein Beispiel dafür ist Microsoft Story Labs, eine Plattform mit Reportagen über Entwickler:innen, Unternehmen und Initiativen, die mit Microsoft-Technologien Neues erschaffen.
Der Wandel des Tech-Riesen zeigt eindrucksvoll, wie sich Unternehmen mit einer starken Geschichte neu positionieren können. Es reicht nicht, einmal ein erfolgreiches Narrativ zu etablieren – Marken müssen sich kontinuierlich an veränderte Werte und Erwartungen anpassen.
Die Geschichte des Unternehmens aus Redmond ist der beste Beweis dafür, dass ein Unternehmen nicht nur durch Innovation überlebt, sondern auch durch die Geschichten, die es erzählt. Vom rebellischen Startup über den dominanten Softwaregiganten bis hin zur offenen, empathischen Marke hat sich Microsoft immer wieder neu erfunden.
Es sind nicht nur die Produkte, die eine Marke definieren – es ist die Art und Weise, wie sie sich selbst erzählt. Microsoft hat verstanden, dass gutes Storytelling nicht nur für die PR wichtig ist, sondern Teil der Unternehmens-DNA sein muss.
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